Statement eines Palliativmediziners
Die palliativmedizinische Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen ist eine große Herausforderung an die Gesellschaft, aber auch an jeden einzelnen von uns. Nicht alles, was medizinisch machbar ist, ist für den einzelnen Patienten auch sinnvoll und angemessen.
Denn darum geht es: eine angemessene Betreuung zu finden und anzubieten. Nicht richtig oder falsch sind entscheidend, sondern ob der Patient subjektiv davon profitiert. Hierzu müssen wir uns aber klar sein, dass wir mit dem Patienten auf Augenhöhe sprechen müssen. Er ist der Experte unserer Therapie.
Denn zu glauben, jeden Menschen in seinem Schmerz erreichen und helfen zu können, wäre anmaßend. Es nicht aber zu versuchen, wäre viel schlimmer. Dafür müssen wir stets herausfinden, was für den Patienten gut und wichtig ist. Wir müssen verstehen. Ihn verstehen. Erst dann können wir ihm eine sinnvolle Behandlung zukommen lassen.
Miteinander reden ist ein entscheidender Punkt in der Betreuung. Wichtig ist aber auch das Zuhören. Denn wenn ein Mensch das Gefühl hat, dass er gehört wird, kann er überseine Ängste und Sorgen befreiter sprechen. Er fühlt sich wahrgenommen. Palliative Care ist letztlich mehr als nur Ausbildung und Qualifikation. Palliative Care ist vor allem auch eine Haltung.

